Project Description

Bauherr KWK 

1.720 qm Wfl
3.700.000,00 €
2014 – 2018

LP 01-08

S3A mit
Hille Bekic

Das Wohn – und Atelierhaus in der Schivelbeinerstraße 32 in Prenzlauer Berg wurde mit freien, variablen Grundrissen konzipiert. Aufbauend auf einem klaren Grundraster können Nutzer ihre Raumaufteilung kontrolliert selbst entwickeln. Über unterschiedliche Wandstellungen werden die Einheiten modifiziert und zum Wohnen oder zum Arbeiten genutzt. Variabilität und Umnutzungsmöglichkeiten sowie die Verwendung von robusten Materialien stellen neben dem Niedrigenergiestandard einen Nachhaltigkeitsaspekt dar. Ariane Wiegner und Felix Rhode haben das Projekt in den Leistungsphasen 1 und 2 als Mitarbeiter:innen unterstütz.

Das Gebäude setzt sich aus zwei Volumen zusammen. Ein Baukörper zur Straße als Stadthaus. Ein Baukörper im rückwärtigen Grundstücksbereich als Gartenhaus. Die Südfassade des Gartenhauses ist weitgehend offen mit großen Glasflächen zur historischen Backsteinkirche St. Agnes konzipiert. So konnten den Wohnungen trotz Hof-Situation viel Tageslicht und große Terrassen mit freien Blicken ermöglicht werden.

Im Zuge der ersten Entwurfsüberlegungen wurden Statik und Haustechnik mit einbezogen. Zugunsten großer Freiheit in der Grundrissgestaltung konnten vertikale Stützen so auf ein Minimum reduziert werden.

Der Garten wurde von den Landschaftsarchitekten ManMadeLand entworfen. Um die lediglich 200qm Fläche frei zu halten, wurden Fahrräder und Müllstellplatz im Gebäude untergebracht. Angrenzende Nutzungseinheiten sind 1,5 geschossige Ateliers, die über ihre gewerbliche Nutzung  einen halböffentlichen Raum schaffen. Bewusst wurden diese Einheiten am Garten angeordnet, um einen Treffpunkt zu erzeugen. Ein gemeinschaftliches WC im Erdgeschoss erleichtert die Nutzung des Gartens auch für kleine Feiern der Hausgemeinschaft.

Das Gebäude ist in Stahlskelettbauweise mit durchlaufenden Außenwandstützen in einem Raster von 3,75 m konzipiert. Über den einheitlichen Einsatz von Beton als konstruktivem Material konnte in öffentlichen Bereichen auf Innenwandbekleidungen verzichtet werden. Insbesondere in den Treppenhäusern hat sich die robuste unempfindliche Betonoberfläche bewährt.