Architekturplanung

Seit 2011 plant Stine Kolbert als Architektin Wohnungsbauprojekte für Baugruppen, Bauträger und Genossenschaften in Berlin. Ihre Projekte betreut sie in den Leistungsphasen 1 bis 9 nach HOAI. Häufig arbeitet sie hierbei projektbezogen mit Kolleg:innen zusammen. Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Möbeltischlerin lernte sie handwerkliche Qualitäten schätzen. Nach dem Studium der Architektur arbeitete sie vorerst überwiegend in der Sanierung von Wohngebäuden und Denkmälern. Seit 2011 ist Sie ausschließlich im Wohnungsneubau tätig. Im Rahmen eines zweijährigen Arbeitsaufenthalts als Architektin in Barcelona bei GCA Arquitectes beschäftigte Stine Kolbert sich mit aktueller spanischer Architektur, insbesondere mit dem Büro RCR (Pritzker Preisträger 2017). Die Analyse der Projekte und der Diskurs mit den verantwortlichen Planer:innen prägten ihre architektonische Haltung. In 2008 kam sie als Projektleiterin für das Architekturbüro Hoyer, Schindele, Hirschmüller Architekten BDA zurück nach Berlin wo eine intensive Auseinandersetzung zu Wohnungsbaufragen stattfand. Mit der Bürogemeinschaft S3A, mit den Architektinnen Anne Raupach und Hille Bekic, setzte Stine Kolbert in den Jahren 2011 bis 2017 mehrere Mehrfamilienhausneubauten für Bauträger und Baugruppen um. Die Betreuung der Projekte über die Nutzungsaufnahme hinaus führt zu Erkenntnisgewinn in wirtschaftlichen, architektonischen und nutzungsspezifischen Fragen. Über die ganzheitliche Herangehensweise in der Projektierung werden innovative und nachhaltige Projekte möglich, die sich auch wirtschaftlich darstellen lassen.

Projektentwicklung

Die Grundlagen für ein Projekt werden in der Projektentwicklung gelegt. Diese Planungsphase stellt eine interdisziplinäre Herausforderung für die Projektinitiatoren dar. Neben Analysen zu technischen und rechtlichen Fragen sind unterschiedliche Akteure mit ihren spezifischen Interessen in erste Projektüberlegungen einzubeziehen. Eine besondere Bedeutung kommt dieser Phase beim Bauen mit Baugruppen zu, da hier besonders viele Stakeholder beteiligt sind, die zudem einen besonders hohen Beratungsbedarf haben. Durch das frühe Einbinden von Planungsexpertise gelingt es dennoch in der Regel gut, verschiedene Akteure mit einer überzeugenden Vision für das gemeinsame Projekt zu gewinnen. Die sogenannte Leistungsphase “Null“ wird meist in Form einer Machbarkeitsstudie dem Architektenvertrag vorangestellt. Seit 2020 betreut Stine Kolbert Studierende des Masterstudiengangs Real Estate Management (REM) sowie des Architekturstudiums der TU Berlin (bpi) bei der Erstellung von Machbarkeitsstudien. Bei der Konzeptentwicklung werden inhaltliche Schwerpunkte auf Nachhaltigkeitskriterien, demografische Veränderungen, neue Lebensformen, Klimawandel und Mobilitätsfragen gelegt. Diese Aspekte müssen bei der Entwicklung echter „Zukunftsorte“ noch mehr Beachtung finden. Solche innovativen Vorhaben können gelingen, wenn Fragen der Wirtschaftlichkeit und der baulichen, sozialen und ökologischen Qualitäten eines Projekts bereits in den ersten Überlegungen gemeinsam diskutiert und ganzheitlich betrachtet werden.

Projektsteuerung

Über die Realisierung von Wohnungsbauprojekten für private Bauherren wurde Stine Kolbert die Bedeutung des Projektmanagements der gesamten Planungs- und Bauaufgabe bewusst. Durch die organisatorischen und administrativen Herausforderungen bei dem Bau eines Mehrfamilienhauses für eine Baugruppe wuchs bei ihr das Interesse an Techniken der erfolgreichen Steuerung von gemeinschaftlichen Bauprojekten. Im Rahmen des Masterstudiengangs Real Estate Management (REM) vertiefte sie ihr Wissen in diesem Bereich und legte erfolgreich die Prüfung zur zertifizierten Projektmanagerin der Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement ab. Ihre Masterarbeit schrieb sie über gemeinschaftliche Projektentwicklungen im ländlichen Raum. Seither hat sie sich unterschiedliche Methoden der Projektsteuerung angeeignet und projektbezogen angewandt. Universitäre Projekte in Forschung und Lehre stellen einen willkommenen Raum zur Erprobung von systemischen und digitalen Techniken zur Unterstützung von Organisationsprozessen dar. Im Rahmen ihrer Beratungstätigkeit als Bauherrenvertretung für öffentliche und private Auftraggeber, sowie im Rahmen ihrer Forschung, vertieft Stine Kolbert ihr Wissen zu geltenden Regularien und rechtlichen Rahmenbedingungen kontinuierlich.